14. Mai 2008...12:41

Tiere

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X. sah mich an. Seine Augen waren dunkel und groß. „So langsam fange ich an, dass Tier herauszulassen“, ich nickte und entgegnete, dass es mir auch so ging. Mittlerweile dauerte unsere Affäre länger als ein Jahr, die letzte Stunde hiervon hatten wir halbnackt im Bett verbracht, er hatte mich geschlagen, mit der Hand, einer Gerte, einem Kochlöffel, auf Oberschenkel und Po, Bauch, Brust, zwischen die Beine, auf die Fußsohlen, ins Gesicht. Er hatte mich übers Knie gelegt, über mir gehockt, neben mir gestanden, ich hatte mich gewunden, mir selbst in Hände und Arme gebissen um Schreie zu unterdrücken (die Nachbarn…), gejammert, ihn beschimpft.

Ausdrucksstärke ist für gewöhnlich nicht mein Ding, jetzt fühlte mein Hals sich trocken an, mein Körper war müde und wund. Für Minuten hatte ich mich vergessen können, war nur noch Stimme, Fleisch und Schmerz, keine Gedanken, keine Fragen. X. schien es ähnlich ergangen zu sein, Trieb und Gier waren noch nicht ganz aus seinen Gesichtszügen verschwunden. Er biss mir leicht in Seite und Hals, nuschelte „Mein Tier ist hungrig“. Und mein Tier hat Angst.

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