„Der Mensch von heute weiß schon besser, daß Menschen einander niemals »besitzen«, daß sie einander gewinnen oder verlieren in jedem Augenblick des Lebens, und daß die Liebe überhaupt nur in ihrer tatsächlichen spontanen Wirkung »vorhanden« ist. Aus diesem Grunde ist es heute schwieriger, Frivolität oder Spiel gegen wirkliche Liebesergriffenheit abzugrenzen, und doch sind sie nicht stärker vermischt als ehemals: es ist vielmehr weniger gleichgültig als je, wen man liebt, und wie man es tut.“
aus: Lou Andreas-Salomé: Gedanken über das Liebesproblem