Im Vorbeigehen legt er kurz seine Hand auf meinen Po und es ist klar, dass wir versuchen werden dort anzuknüpfen, wo es beim letzten Mal endete. Das war in irgendeinem Seitengang, ich lehnte an der Wand, wir knutschten und er fingerte mich schnell und hart. Für mehr fehlte leider die Zeit, aber wie es so ist, vor allem in einer nicht allzu großen Stadt wie dieser: Man sieht sich immer auch ein weiteres Mal.
Einige Zeit später liege ich unter ihm. Dann auf ihm. Dann wieder unter ihm. Er fragt, ob ich betrunken nicht kommen kann und ich antworte, dass ich das nie können würde, er sich aber nicht darum zu kümmern bräuchte. Dann geht es schnell. Wir ziehen uns an, gehen getrennt und mit einigen Minuten Abstand zurück auf die Party.
Am Ende der Nacht sehe ich zwei Betrunkenen beim Diskutieren zu. Der eine kommt zu mir rüber, sieht mich an und lallt „Du siehst aus, wie einer von den Leuten, die immer so traurig sind“, sucht nach dem Wort und fügt „Wie ein Emo“ dem vorangegangenen Satz hinzu. Sein Kumpel, der vorher schon mehrfach versucht hat, seinen Arm um mich zu legen, interveniert, meint, es würde nicht stimmen und das ich eine tolle Frau wäre. Sieht mich interessierter an, beugt sich zu mir runter und fragt, ob ich Lust auf Sex habe.
Mittlerweile gibt es wieder Tageslicht. Wir sitzen auf seinem Bett, er zündet sich einen Joint an, spricht über die Leute, die auf der Party waren, beschwert sich über einige, auch über die vorangegangene Bekanntschaft meinerseits, benutzt Wörter wie „Hass“ und „nervig“. Sein Diskussionspartner und Kumpel fläzt vorm Rechner, sucht Musik raus, irgendwas mit Eichel und aufs Holzbrett hauen. Verdächtige ihn, nüchterner zu sein, als die Anderen annehmen.
Irgendwann wird es der Fickoption zu viel, er setzt seinen Kumpel plus Grasrest vor die Tür und kommt zu mir. Wir küssen uns und es ist gut, ich mag das Kratzen seiner Bartstoppeln in meinem Gesicht und die Leichtigkeit seiner Zunge. Bald sind wir nackt. Er zieht mich auf sich, ich knie mich über sein Gesicht und überlasse ihm den Job.
2 Kommentare
3. Juni 2009 um 10:23
wirklich bemerkenswert ist, mit welch stilsicherer gelassenheit du deine stories vor dem absturz in den kitsch rettest. gewaltig, sanft und packend.
3. Juni 2009 um 11:45
Und dabei versuche ich immer, Kitsch zu vermeiden. Abstürze manchmal auch.