Kurz nach dem ich 18 wurde, trennte ich mich von meinen ersten Freund. Wir waren zwei Jahre zusammen gewesen, ich weiß genauso wenig wie damals, ob es Liebe oder nur die Freude darüber war, nach 16 Jahren jemanden zu haben (Ich war erst Scheidungskind, dann Halbwaise, freundschaftliche Beziehungen zu Gleichaltrigen waren schlicht nicht vorhanden.). Mit 18 jedenfalls war ich gerade wieder Single, ich lebte alleine in Wiesbaden und machte mein FÖJ. Quantitativ war ich einsam, qualitativ war es okay.
Zur selben Zeit wurde mir klar, dass ich nicht so schwer vermittelbar war, wie ich bis dahin immer annahm. In meinem Job war ich unterbeschäftigt, ich nutzte die Zeit um Profile in unterschiedlichen Onlinekontaktbörsen anzulegen, verabredete mich so mit Männern, hatte Sex. Manchmal auch guten. Da mir damals wenig klar war, welcher Typ Mann mich ansprach, war das nicht automatisch gegeben. Damals traf ich auch Hooligans, CDU-Mitglieder und Metzger.
Aufgrund eines meiner Profile kam ich mit H. in Kontakt. Er fragte gleich zum Einstieg, ob ich an BDSM interessiert sei. Ich dachte mir wenig zu so unmittelbaren Herangehensweisen und ich war interessiert. Er besuchte mich, wir tranken Wein, während er mir dir Grundprinzipien erklärte. Immer mit Safeword, langsam anfangen. H. war mittelgroß und sehr mager, heute würde ich ihn klar als zu ungepflegt und zu esoterisch ablehnen.
Später fesselte er mich mit Hand- und Fussschellen ans Bett, gab mir Klapse ins Gesicht, tropfte heißes Wachs auf meine Brüste, schlug mit einem Flogger auf meine Oberschenkel. Anschließend schlug er vor, doch mal die Rollen zu tauschen. Ähnlich wie ihm zuvor, fiel mir nichts ein, für beide Beteiligten ein unbefriedigendes Erlebnis. Die Hemmungen und Vorurteile, die „BDSM“ bis dahin hervorrief, waren aber teilweise überwunden. Den Mann traf ich nur noch einmal wieder, die Idee jedoch blieb.