Hoffnung
by wg
Nach Monaten statt Wochen frage ich nach, hin und wieder mal. Manchmal reagiere ich auch nicht auf seine Mails. Gehe davon aus, dass es sich so verläuft. Will nicht das letzte Wort haben. Mein Ego ist nicht groß genug: es muss sich noch beweisen, dass es zu frei ist, um jemanden hinterherzulaufen. Dann meldet er sich wieder. Arbeit, Gesundheit, Eltern, die mit zunehmendem Alter mehr Aufmerksamkeit brauchen. Aber nein, keine Sorge, es ist kein Burnout, keine Depression. Es wird auch wieder bessere Phasen geben. Schreibt er, bevor eine weitere Woche lang nichts passiert.
Vermutlich glaube ich ihm weniger als er sich selbst. Es ist schwer vorstellbar, dass es sich nochmal ändern könnte. War es doch schon vor seiner Abwesenheit nicht mehr wie es sein sollte. Oder zumindest nicht so, wie es im ersten Jahr und nach der Auszeit war. Jetzt sehe ich zu, wie es endet. Beobachte, was Verlustangst und Eifersucht mit mir machen. Wenn es ernst wird, immer überraschend wenig. Lenke mich ab. In der Theorie bin ich gut. Nachts liege ich trotzdem gelegentlich wach und vergesse, dass es auch mit K. nicht anders gewesen ist. Was bleibt ist die Hoffnung, dass es schonmal schlimmer war.